Reifencheck vor der Reise: den beladenen Pkw prüfen
Bereite den Reifencheck für das Auto so vor, wie es auf die Reise gehen soll: mit den vorgesehenen Personen, dem Gepäck und der passenden Fahrzeuganleitung. Der Bogen unten verbindet vier einzelne Radbefunde mit den Druckvorgaben für diese Beladung, dem tatsächlichen Ersatzrad oder Pannenset und noch offenen Arbeiten. Am Ende hast du eine Abfahrtsnotiz mit nachvollziehbaren Angaben. Eine unbekannte Messung oder ungesehene Reifenfläche bleibt darin offen; eine ausgefüllte Liste ist keine Zustands- oder Fahrzeugfreigabe.
Illustrationsmotiv · keine Modell- oder Produktzuordnung
Zuerst den geplanten Reisestand festhalten
Schreibe Abfahrtstag, Fahrzeugausführung, vorgesehene Personen und Gepäck sowie gegebenenfalls einen beladenen Dachträger auf. Ordne die Fahrzeuganleitung, das Druckschild und die Rad-/Reifenunterlagen diesem Auto und seinen tatsächlich montierten Rädern zu. Prüfe die zulässigen Fahrzeug- und Beladungsgrenzen anhand der passenden Unterlagen; ein höherer Reifen-Lastindex erhöht diese Grenzen nicht. Continental nennt vor einer Urlaubsfahrt auch die zulässige Zuladung als Prüfschritt. Eine Druckeinstellung aus dem unbeladenen Alltag kann nach dem Packen eine andere Herstellervorgabe erfordern. Dieser Bogen behandelt den gewöhnlichen Pkw und seine Reifen. Ein mitgeführter Anhänger braucht seine eigenen Unterlagen und Prüfungen; seine Eignung ist mit dem Pkw-Bogen nicht mitgeprüft.
Ein Blatt anlegen und jedes Rad getrennt erfassen
Übertrage die Tabelle auf dein Blatt oder drucke sie mit der Browserfunktion. Ergänze oben Datum, Fahrzeug, Reisebeladung und die Quelle der Vorgaben. VL, VR, HL und HR bezeichnen vorne links, vorne rechts, hinten links und hinten rechts am Fahrzeug. Trage je Position die tatsächliche Modell-/Dimensionskennung mit Last- und Geschwindigkeitsindex sowie vorhandenen Zusätzen ein. Halte Sollwert, Messwert und Beobachtung auseinander. Verwende als Ergebnis „beobachtet“, „offen“ oder „Maßnahme ausstehend“ und schreibe die konkrete Rückfrage dazu. Ein eingetragener Wert für VL füllt VR nicht automatisch aus. Die Zeile für das Ersatzrad wird nur ausgefüllt, wenn tatsächlich eines vorhanden ist; ein Pannenset erhält einen eigenen Ausrüstungsvermerk.
Weitere Spalten siehst du, wenn du die Tabelle seitlich verschiebst. Mit der Tastatur: Tabelle fokussieren und Pfeiltasten verwenden.
Eigener Abfahrtsbogen für den gewöhnlichen Pkw. Felder selbst ausfüllen; jede Position einzeln prüfen. Kein vorgegebener Druckwert und kein Zustands- oder Freigabenachweis durch einen Haken.
Position
Kennung und Hersteller-Soll
Tatsächliche Messung / Beobachtung
Offene Arbeit / Ergebnis
VL · vorne links
Modell, Dimension/Indizes, Zusätze; Druckquelle, Beladungszeile und Vorderachs-Soll mit Einheit: ___
Eigenständiger Befund und noch nötige Arbeit: ___; ausgeführt am: ___
Tatsächlich vorhandenes Ersatz-/Notrad
Art und Kennung: ___; eigene Anleitung/Druck-Soll/Einsatzgrenzen: ___
Gemessener Druck mit Einheit/Zeit: ___; Profil/Zustand/ungeprüfte Bereiche: ___
Fehlt / vorhanden / ungeklärt: ___; nötige Arbeit und Zeitpunkt: ___
Kaltluftdruck mit Beladung und Achse verbinden
Suche die zur montierten Kombination und geplanten Beladung passende Angabe in Fahrzeuganleitung oder Druckschild. Ordne Vorder- und Hinterachse getrennt zu; ihre Sollwerte können verschieden sein. Die Flankenangabe MAX ist nicht automatisch der Reise-Sollwert. Notiere Quelle und Beladungszeile, Soll/Ist mit derselben Einheit, Messzeit und die Bedingungen der Kaltmessung. Plane die Kaltmessung vor der Fahrt unter den passenden Bedingungen. Die Herstellertexte beschreiben diese Bedingungen unterschiedlich: Übertrage keine Zahl aus einer anderen Anleitung ungeprüft auf dein Auto. Der passende Ablauf zur Kaltmessung ist auf der Druckseite verlinkt. Lasse bei warm gefahrenen Reifen nicht Luft ab, um den kalten Sollwert zu treffen. Prüfe den Druck auch bei vorhandenem Reifendruckkontrollsystem mit einem geeigneten Messgerät; ein ausbleibendes Warnsignal bestätigt weder jeden Druckwert noch die unversehrte Reifenstruktur.
Profilwerte und auffällige Stellen zusammen notieren
Erfasse pro Rad die gemessenen Stellen und die kleinste dort beobachtete Tiefe; notiere ungleichmäßigen Abrieb und noch nicht zugängliche Bereiche. Ein Mittelwert darf eine niedrige einzelne Beobachtung nicht verdecken. Für gewöhnliche Pkw verlangt § 36 Absatz 3 StVZO in Deutschland mindestens 1,6 mm im Hauptprofil am ganzen Umfang. Gemeint sind die breiten Profilrillen im mittleren Bereich, der etwa drei Viertel der Laufflächenbreite umfasst. Ein paar Messpunkte oder ein Foto beweisen die Anforderung am gesamten Umfang nicht. Die dortige 1-mm-Ausnahme für bestimmte andere Fahrzeugklassen ist keine Pkw-Grenze. Die Messanleitung erklärt den einzelnen Vorgang. Ob Profil und Kennzeichnung für eine winterliche Strecke oder ein anderes Reiseland genügen, wird zusätzlich für die konkrete Route geprüft.
Zustandsfragen vor dem Packen schließen
Notiere pro Rad sichtbare neue Ausbeulungen, Schnitte, beschädigte Stellen und ungewöhnlichen Abrieb. Die innere Flanke kann beim Rundgang verborgen bleiben: Schreibe „nicht eingesehen“, wenn du sie nicht sicher sehen konntest, und krieche nicht unter ein ungesichertes Auto. Bei einer neuen Ausbeulung unterbrichst du die Nutzung sicher, organisierst geeignete Hilfe und lässt den Reifen dringend fachlich prüfen; Michelin beschreibt hier die mögliche Karkassenbeschädigung. Ein korrekter Druck beseitigt einen solchen Befund nicht. Auch die Tiefe eines Schnitts lässt sich durch diese Liste oder ein Foto nicht zuverlässig freigeben. Halte die konkrete Stelle und offene Frage fest und kläre sie vor der Fahrt fachlich. Die Flankenseite ordnet die unterschiedlichen Befunde genauer ein.
Ersatzrad oder Pannenset tatsächlich zuordnen
Prüfe, welche Ausrüstung wirklich im Auto liegt. Erfasse beim Ersatz- oder Notrad dessen Kennung, passenden Druck-Sollwert aus der eigenen Anleitung, gemessenen Zustand und die dort genannten Einsatzgrenzen. Übernimm dafür weder den Hinterachs-Sollwert noch eine pauschale Strecke. Ein Notrad erhält keinen unbegrenzten Einsatz, nur weil es Luft enthält. Beim Pannenset notierst du Identität, vorhandene Bestandteile, lesbare Datumsangaben, falls vorhanden, und den Fundort seiner Anwendungshinweise. Halte fehlende Teile oder ungeklärte Einsatzgrenzen als Aufgabe fest. Die bloße Anwesenheit des Sets beantwortet nicht, ob ein bestimmter Schaden damit behandelt werden kann. Prüfe auch, ob die für den vorgesehenen Ablauf benötigte Ausrüstung vorhanden ist; dieser Bogen ersetzt keine sichere Radwechsel- oder Pannenanleitung.
Nach dem Packen den Bogen mit dem tatsächlichen Stand abgleichen
Eigenes Ablaufbeispiel: Du hast den Bogen morgens für Fahrer und kleines Gepäck vorbereitet, später kommen weitere Personen und Reisegepäck hinzu. Vergleiche die nun geplante Last erneut mit der passenden Fahrzeugangabe und prüfe die dafür zugeordneten Druck-Sollwerte je Achse. Daraus folgt kein frei gewählter Zuschlag in bar. Schreibe eine Änderung samt Zeitpunkt auf; ein früherer Haken wird dadurch nicht zur Prüfung der neuen Beladung. Für jede offene Messung, nicht eingesehene Stelle oder fehlende Unterlage notierst du die nächste Arbeit und wer sie erledigen soll. Ergänze erst nach der wirklichen Durchführung den Befund, die Quelle einer Auskunft und den Zeitpunkt. Bei verbleibendem Druckverlust, Warnung oder ungeklärtem Schaden ist diese Arbeit weiter offen.
Mit einem konkreten Ergebnis zur Abfahrt entscheiden
Fasse am Ende zusammen: Welche vier Radangaben sind tatsächlich erfasst? Passen die Druckquellen zur Reisebeladung? Welche Zustandspunkte oder Ausrüstungsfragen sind noch offen, und was wurde daran wirklich geklärt? Bewahre Blatt, Unterlagen und gegebenenfalls fachliche Antworten zusammen auf. Ein Ersatzreifen-Finder kann anschließend Fahrzeug- oder Größenangaben und den Einsatz ordnen; er prüft diesen Befundbogen nicht. Der Winterreisecheck ergänzt für eine grenzüberschreitende Winterroute die gesonderten Länder-, Strecken- und Ausrüstungsfragen. Dieser Pkw-Bogen bestätigt weder eine offene Anhängermatrix noch alle Vorschriften eines Zielstaats. Die verlinkten Einzelseiten vertiefen Messung, Schaden und Notrad; hier bleibt das Ergebnis die zusammenhängende Abfahrtsnotiz für das tatsächlich vorbereitete Auto.
Schritt für Schritt
Reisebeladung, Fahrzeugunterlagen und passende Druckquelle je Achse festhalten.
Vier eigene Radbefunde sowie vorhandenes Ersatzrad oder Pannenset zuordnen.
Ungesehene oder ungeklärte Punkte als konkrete Arbeit offenhalten und erst nach wirklicher Klärung ergänzen.
Datenstand dieser Einordnung: 9. Oktober 2026. Grundlage sind die Continental- und Michelin-Hinweise sowie § 36 StVZO, Abrufstand 9. Oktober 2026. Kaltmessbedingungen bleiben an die jeweilige Herstelleranleitung gebunden. Der eigene Bogen ordnet die Vorbereitung eines gewöhnlichen Pkw: Für Druck und Bereifung zählen die passenden Fahrzeug- und Reifenunterlagen, für die Route zusätzlich die einschlägigen Länder- und Anhängerregeln. Ein ausgefüllter Bogen bestätigt weder den inneren Reifenzustand noch die sichere Weiterfahrt.