Die passende Alcoa-Lehre beantwortet, ob der Hornverschleiß nach dem Herstellerverfahren noch akzeptabel ist. Sie prüft weder den Wulstsitzdurchmesser noch die Schärfe einer Kante. Diese drei Befunde gehören getrennt in den Radauftrag.
Illustrationsmotiv · keine Modell- oder Produktzuordnung
Die Lehre und das Rad zuerst zusammen zuordnen
Alcoas weiterhin zugängliches europäisches Servicehandbuch trägt den Stand Januar 2022; der englische Rückseitenvermerk nennt Edition 3.3. Abschnitt 13.g.i begrenzt die Verschleißlehre auf Alcoa-Räder und Hornverschleiß. Eine ähnliche Kontur an einem Stahlrad oder einem anderen Aluminiumrad reicht für eine Übertragung nicht. Im Auftrag stehen deshalb Radhersteller, Artikelkennzeichnung und die dazu passende zugelassene Lehre.
Den Lichtspalt als begrenzten Befund lesen
Im bezeichneten Prüfbereich der richtig angesetzten Lehre zeigt ein sichtbarer Lichtspalt einen akzeptablen Hornverschleiß. Fehlt dieser Lichtspalt, bezeichnet Alcoa den Verschleiß als übermäßig; das Rad wird aus dem Betrieb genommen. Ein beliebiger anderer Spalt ist nicht dieses Prüfkriterium. Die schematische Darstellung erklärt die Entscheidung, bildet aber keine maßhaltige Lehre zum Nachbauen ab.
Weitere Spalten siehst du, wenn du die Tabelle seitlich verschiebst. Mit der Tastatur: Tabelle fokussieren und Pfeiltasten verwenden.
Drei unterschiedliche Prüfaufgaben
Frage
Geeigneter Nachweis
Was dadurch offen bleibt
Hornverschleiß am zugeordneten Alcoa-Rad
Passende zugelassene Verschleißlehre, Prüfbereich und Lichtspalt
Sitzmaß, Schärfe und weitere Radschäden
Sitzumfang / Sitzgeometrie
Eigenes Verfahren nach Abschnitt 13.e
Hornverschleiß nicht aus einem Durchmesserwert ableiten
Scharfe Hornkante
Gesonderter Gummi-Prüfkörper nach 13.g.ii
Kein Ausgleich eines übermäßigen Hornverschleißes
Unbekannter Hersteller / unbekannte Lehre
Identität und passende Herstellervorgabe beschaffen
Alcoa-Lehre nicht ungeprüft übertragen
Kosmetischer Kratzer
Anderer Schaden-/Aufbereitungsauftrag
Keine Hornfreigabe aus dem Erscheinungsbild
Eigenes Textschema zu Alcoas Hornprüfung. Keine maßhaltige Lehre; Sitzmaß und Schärfe bleiben separate Befunde.
Sitzmaß und scharfe Kante separat behandeln
Das Handbuch ordnet den Abgleich am freigelegten Rad nach fachgerechter Reifendemontage ein. Der Umfang des Wulstsitzes auf der offenen Seite wird separat nach Abschnitt 13.e geprüft. Besteht das Horn die Verschleißprüfung, folgt nach 13.g.ii eine eigene Schärfeprüfung mit einem Gummi-Prüfkörper. Ein Messschieberwert ersetzt keines dieser vollständigen Herstellerverfahren.
Zwei Befunde ergeben noch keine Gesamtfreigabe
Angenommener Dokumentenfall: Rad und Lehre sind eindeutig zugeordnet, der Lichtspalt im Prüfbereich ist vorhanden. Gleichzeitig enthält das Befundblatt einen Schnitt am Gummi-Prüfkörper. Der erste Befund macht den zweiten nicht gegenstandslos; Kante und Reifenbeschädigung benötigen die eigene fachliche Behandlung. Fehlt stattdessen der Lichtspalt, kann ein unbeschädigter Prüfkörper den übermäßigen Hornverschleiß nicht aufheben.
Den Werkstattauftrag vollständig übergeben
Lass Radidentität, Lehrenidentität, Hornbefund, Sitzmaßbefund und Kanten-/Reifenbefund gemeinsam dokumentieren. Das Handbuch verlangt die Horn- und Kantenkontrolle bei jedem Reifenwechsel, mindestens jährlich. Eine verdächtige Kante wird nicht mit ungeschützten Fingern abgetastet. Dieser Guide erklärt den Befundauftrag; Materialabtrag und Wiederinbetriebnahme folgen dem vollständigen Herstellerverfahren im Fachbetrieb.
Schritt für Schritt
Rad und zugelassene Lehre eindeutig bezeichnen
Horn-, Sitzmaß- und Kantenbefund getrennt dokumentieren
Bei übermäßigem Hornverschleiß Rad aus Betrieb nehmen
Reifenbeschädigung und weitere Radschäden fachlich beurteilen
Datenstand dieser Einordnung: 8. Oktober 2026. Die bezeichneten Originale und Datenstände gelten jeweils für den konkreten Dokumentfall. Die eigenen Rechen- und Lesebeispiele bestätigen keine andere Teilekombination oder Fahrzeug-/Maschinenfreigabe.